Hold'em Poker ist mit Abstand die bekannteste Pokervariante weltweit und man sieht es zurzeit andauernd im Fernsehen. Grob genommen gibt es drei verschiedene Arten von Hold'em:
1. Limit Hold'em – hier gibt es Limits, also Begrenzungen, was den Einsatz in jeder Runde der Partie betrifft
2. Pot Limit Hold'em – Spieler können das setzen, was im Pott ist
3. No Limit Hold'em – Spieler können alles setzen, was die Chips hergeben
Bei Hold'em Poker orientiert sich der Spielverlauf an der Position des Button (Dealer Button). Wie beim normalen Poker geht der Button nach jedem Blatt im Uhrzeigersinn zum nächsten Spieler weiter. Dieser Spieler ist dann der Dealer. In der Regel wird, wenn nichts Anderes vereinbart wurde, mit einem Kartendeck von 52 Karten ohne Joker gespielt.
1. Runde
Eine neue Runde beginnt bei dem ersten Spieler, der auch der Dealer ist, und geht dann links zu den anderen Spielern weiter. Das nennt man dann auch „Small Blind“.
***(Small Blinds sind normalerweise die Einsätze, die 50% des unteren Einsatzes ausmachen. Aber dies ist nur eine Empfehlung und kann gegebenenfalls auch anders gestaltet werden. Es ist oft so, dass der Small Blind bis zum nächsten Euro abgerundet wird. Wenn ihr also ein € 5/€ 10-Hold'em spielt, läge der Small Blind bei € 2,50. Aber eigentlich liegt der Small Blind dann bei € 2. Aber auch andere Methoden werden gespielt. Informiert euch also lieber vorher, wie an eurem Tisch gespielt wird, um böse Überraschungen zu vermeiden. Das Abrunden ist für die meisten Onlinepokerspiele der Normalfall.)***
Der Spieler, der links vom Small Blind sitzt, muss den Big Blind auf den Tisch legen, ähnlich wie beim Low Stake-Limit-Poker. In den meisten Fällen kann es aber vorkommen, dass der Big Blind von mehr als einem Spieler auf den Tisch kommt. Das kann zum Beispiel passieren, wenn ein neuer Spieler ins Spiel kommt und das Spiel schon begonnen hat. Der neue Spieler bekommt die Chance, einen Big Blind zu platzieren, wenn das nächste Blatt gespielt wird. Das kann auch passieren, wenn er oder sie auf den Turn wartet (kommt darauf an, in welche Richtung sich der Button bewegt).
***(Nur zur Erinnerung: Alle Blinds in einem Hold'em-Spiel sind Live-Einsätze. Der Spieler, der sie spielt, hat auch die Möglichkeit zu schieben, mitzugehen oder auszusteigen, wenn er oder sie wieder dran ist.)***
Nachdem die Blinds sich dann auf dem Tisch befinden, werden die Down-Karten (d. h. die unten liegenden Karten) bzw. die Hole-Karten an die anderen Spieler verteilt. Bei Hold'em werden jedem Spieler zwei Karten ausgeteilt, wenn die erste Einsatzrunde beginnt. Der Spieler zur Linken des Spielers, der die Blinds gesetzt hat, beginnt mit dem Einsatz. Jeder Spieler hat nun die Möglichkeit, die Einsätze in der ersten Runde zu tätigen. In dieser ersten Runde wird das niedrige Limit gespielt. Nehmen wir ein Beispiel zur Verdeutlichung. In einer € 10/€ 20-Hold'em-Partie liegt der Einsatz bei € 10 in der ersten Runde. Wenn wir hier sagen, dass der Einsatz auf € 10 begrenzt ist, dann meinen wir das für einen Einsatz. Anders ausgedrückt, ein normaler Einsatz liegt bei € 10, eine Erhöhung jedoch liegt bei € 20. Damit geht ihr mit den € 10 mit, erhöht jedoch noch einmal um die zulässigen € 10.
Einsätze werden wie folgt platziert: Entweder setzt man, geht mit oder erhöht. Jeder Spieler hat dabei die Möglichkeit auszusteigen. Die Möglichkeit hat jeder Spieler, natürlich abhängig davon, wie der Spieler vorher gespielt hat. Der erste Spieler, der dran ist, sitzt zur Linken des Big Blinds und bekommt so die Möglichkeit, als Erster zu setzen, mitzugehen oder zu erhöhen. Die nachfolgenden Spieler haben nur die Möglichkeit, mitzugehen oder zu erhöhen. Denkt bitte daran, dass Mitgehen Folgendes bedeutet: Ihr setzt genau den Betrag, den schon euer Vordermann gesetzt hat. Erhöhen bedeutet, dass mindestens der Betrag Ihres Vorgängers setzen PLUS einen weiteren Betrag. Jeder Spieler muss also mindestens den Betrag setzen, den schon sein Vorgänger gesetzt hat. Das Setzen geht so lange weiter, bis der Pott prall gefüllt ist. Aber natürlich gibt es eine Obergrenze, um wie viel ein Spieler in einer einzelnen Runde erhöhen kann. Schaut dafür einfach einmal auf den anderen Seiten nach, denn dort haben wir dann die einzelnen Regeln nochmals spezifischer aufgeführt. Wenn die erste Runde vorbei ist, werden die drei Gemeinschaftskarten, der Flop, ausgeteilt. Diese Karten bekommen alle Spieler zugeteilt, die sich noch im Spiel befinden.
2. Runde
Nach dem Flop und auch in jeder nachfolgenden Runde ist der Spieler der erste, der links neben dem Kartengeber sitzt. Und wie auch in der ersten Runde, sind die Einsätze begrenzt. In einer € 10/€ 20-Partie ist der Einsatz dann auf € 10 begrenzt und Erhöhungen auf € 20.
Nachdem die Einsätze gemacht wurden, werden die Gemeinschaftskarten ausgeteilt. Dies bezeichnet man als Turn.
3. Runde
Die dritte Runde startet wieder mit dem Spieler links vom Kartengeber. Aber Einsätze und Erhöhungen sind jetzt höher. Bei einem € 10/€ 20-Tisch liegt nun das obere Limit bei € 20. Man folgt somit demselben Muster, das heißt, dass einzelne Einsätze bei € 20liegen und Erhöhungen € 40 als Obergrenzehaben.
Nach der 3. Runde wird die fünfte und letzte Gemeinschaftskarte ausgeteilt, was als River bezeichnet wird.
4. Runde:
Die vierte und letzte Runde ist der dritten Runde sehr ähnlich. Die Obergrenzen sind dieselben. Das heißt, dass die einzelnen Einsätze an einem € 20/€ 40-Tisch bei € 20 liegen und Erhöhungen bis zu einer Höhe von € 40 erlaubt sind.
Standardspielregeln für Texas Hold'em: Maximal vier Einsätze, inklusive einem Einsatz und drei Erhöhungen, sind jedem Spieler in jeder Runde erlaubt.
Dabei bezeichnet der so genannte Cap die maximale Anzahl erlaubter Erhöhungen pro Einsatzrunde. Ist diese Anzahl erreicht, darf kein Spieler mehr erhöhen, sondern lediglich mitgehen oder aussteigen.
Aussteigen kann man immer, also in jeder Phase eines Spiels. Aussteigen bedeutet dabei, dass der Spieler nicht mehr an der Pokerpartie teilnimmt und auch der Pot ist somit verloren. Die eingezahlten Beiträge sind damit verloren.
Neben dem Aussteigen gibt es noch die Möglichkeit des Schiebens. Das bedeutet, dass der Spieler nicht setzt. Man kann jedoch nicht immer schieben. Das hängt unter anderem davon ab, was der Spieler vorher gespielt hat. Der Spieler muss aber den Betrag setzen, den die anderen Spieler vor ihm gesetzt haben.
Poker wird meist so gespielt, dass innerhalb einer Partie nur die Chips genutzt werden dürfen, die zu Beginn des jeweiligen Blattes vorhanden waren. Das heißt, ein Spieler kann sein Chips-Konto nicht während einer Partie auffüllen.
Ausnahmen:
Ein Spieler, der nicht genügend Chips hat, um mitzugehen, wird als All-In bezeichnet. Ein All-In Spieler kann nicht mehr Geld von den anderen Spielern gewinnen, als er vor dem gespielten Blatt selbst auf dem Tisch hatte. Der All-In Spieler hat die Berechtigung zum Gewinn des Hautpotts. Falls andere Spieler noch mehr gesetzt haben, wird ein zusätzlicher Nebenpott (Side Pot) gebildet.
Der Showdown
Nach der letzten Einsatzrunde, kommt man zum aufregendsten Teil des Spiels: der Showdown. Denn nun müssen alle Spieler zeigen, welche Karten sie in den Händen halten. Das heißt, eigentlich muss man die Karten nicht zeigen. Wenn man aber den Pott mit nach Hause nehmen will, wird man nicht drum herum kommen, die Karten auf den Tisch zu legen. Fünf Karten werden genommen, um den Gewinner auszumachen. Die folgenden Kombinationen können genutzt werden:
· beide Hole-Karten und drei Gemeinschaftskarten
· eine Hole-Karte und vier Gemeinschaftskarten
· alle fünf Gemeinschaftskarten („Playing the board“)
Es gibt einen Kartensatz, der für die Bestimmung des Gewinners benutzt wird. Um die verschiedenen, möglichen Wertungen der Blätter aufzuzeigen, klickt bitte hier. Wenn zwei oder mehr Spieler, denselben Wert aufweisen, dann ist der Spieler der Gewinner, der die höheren Karten hat. Nehmen wir ein Beispiel: Ein Flush mit einem Ass schlägt einen Flush mit nur einem König. Die Farben der Karten spielen hier keine Rolle bei der Bestimmung des Gewinners. Falls die Karten wirklich vollkommen identisch sein, dann wird der Pott unter den Spielern aufgeteilt. Wenn ein Chip nach dem Aufteilen aller Chips übrig bleibt, dann bekommt der Spieler links neben dem Kartengeber diesen letzten Chip.
Diese Spielregeln gelten sowohl für No Limit und Pot Limit Texas Hold'em-Partien. Aber es gibt hier einige Ausnahmen:
Wie bereits oben erwähnt, gibt es bei Limit Texas Hold'em eine maximale Anzahl von vier Erhöhungen, die während einer Einsatzrunde jedem Spieler erlaubt sind. Das beinhaltet:
I. setzen
II. erhöhen
III. wieder erhöhen
IV. Cap, d. h. die maximale Zahl erlaubter Erhöhungen pro Einsatzrunde
Aber in No Limit Hold'em gibt es kein Limit, was die zulässigen Erhöhungen betrifft. Die einzigen Kriterien sind:
1) Ihr könnet nicht gegen euch selbst erhöhen, d. h. ihr könnt erst wieder erhöhen, wenn ein anderer Spieler erhöht hat.
2) Wenn die anderen Spieler nur mitgehen oder aussteigen, dann könnt ihr nicht erhöhen. Denn die letzte Erhöhung wurde von euch selbst getätigt.
Einsatzsystem bei einem No Limit Texas Hold'em:
Mindesterhöhung: Die Erhöhung muss mindestens so hoch sein, wie die letzte getätigte Erhöhung. Zum Beispiel: Wenn der erste Spieler € 100 gesetzt hat, muss der zweite Spieler um mindestens € 100 erhöhen, also auf € 200.
Maximale Erhöhung: Es gibt quasi keine Obergrenze. Eure Obergrenze sind lediglich eure Chips, die euch noch zur Verfügung stehen.
Einsatzregeln für ein Pot Limit Texas Hold'em:
Mindesterhöhung: Die Erhöhung muss mindestens so hoch sein, wie die letzte getätigte Erhöhung. Zum Beispiel: Wenn der erste Spieler € 100 gesetzt hat, muss der zweite Spieler um mindestens € 100 erhöhen, somit auf € 200.
Maximale Erhöhung: Die höchste Erhöhung wird von der Größe des Potts bestimmt. Die Größe des Potts ist folgendermaßen definiert: Es zählt das, was im Pott ist. Das kann der Hauptpott sein oder auch der Nebenpott (Side Pot). Hinzukommen die Einsätze auf dem Tisch, plus der Betrag der Einsätze auf dem Tisch. Außerdem noch der Betrag, den der aktive Spieler setzen muss, bevor er erhöhen will.
Als Beispiel: Sind € 200 im Pott und der erste Spieler, der an der Reihe ist, setzt € 150 und der nächste Spieler setzt ebenfalls € 150, kann der dritte Spieler maximal € 800 setzen. Diese € 800 setzen sich zusammen aus den € 150 aus dem Mitgehen und den Erhöhungen, die zusammen € 650 ausmachen. Die € 650 maximale Erhöhung sind dasselbe wie der Pott zu € 200 + Einsatz des ersten Spielers € 150 + zweiter Spieler € 150 + Mitgehen des Spielers € 150, was er selbst getätigt hat.