Shorthand Limit Texas Hold'em

Shorthand Hold'em (mit 6 oder weniger Spielern) ist in vielen Onlinepokerräumen sehr beliebt. Im Moment ist die Mehrheit aller Higher-Limit-Spiele im Netz auf Shorthand eingestellt. Für den Erfolg im Onlinepoker ist es daher unabdingbar, dass ihr lernt, wie man erfolgreich shorthanded spielt. Wir haben euch deshalb mal ein paar Tipps zusammengestellt.

Welches ist das richtige Spiel für mich?

Das ist eine der grundlegenden Fragen. Findet heraus, welches Spiel zu euch passt. Es macht keinen Sinn, gegen Profis zu spielen und man dabei versucht, Geld zu gewinnen, auch wenn es eine gute Übung sein mag.

Die beste Methode um herauszufinden, wie schwierig ein Spiel ist, ist folgende: Schaut euch den Flop-Prozentsatz an. Wenn dieser Prozentsatz über 40 liegt, ist es sehr wahrscheinlich ein gutes Spiel. Wenn der Prozentsatz hingegen bei 25 bis 30 liegt, dann solltet ihr um dieses Spiel ein Bogen machen.

Einige Onlinepokerseiten zeigen euch den Flop-Prozentsatz als Durchschnitt aller Spieler im Flop an. Das nützt euch nicht so viel. Ihr solltet generell die Seiten besuchen, bei denen der Durchschnitt bei drei oder mehr liegt. Denn je mehr Spieler im Flop sind, umso größer ist die Chance, dass die Qualität der Spieler der gespielten Blätter geringer ist. Das ist besser für euch, denn so könnt ihr einfach warten und euch dann den Pott schnappen.

Startblatt Pre-Flop

Welches Blatt ist gut und welches nicht? Wir können euch hier helfen. Wir werden euch die Blätter vorstellen, die spielbar sind. Bedenkt aber, dass der Wert der Blätter relativ ist. Manchmal kann ein Blatt ein Spiel bestimmen, in einem anderen Spiel hingegen ist es dann wieder wertlos. Wir empfehlen euch Folgendes: Wenn viel erhöht wird und wieder erhöht wird, dann solltet ihr aussteigen, wenn ihr nicht Ass-Ass oder König-König als Kombination haben solltet. Wenn es ganz knapp ist, kann es sogar sein, dass ihr mit einem Königspaar aussteigen solltet. Ihr müsst immer bedenken, was euer Gegner in der Hand halten könnte. Und überlegt euch dann, ob euer Blatt besser oder schlechter ist, bevor ihr weitergeht.

Hier sind ein paar Beispiele:

Blätter, bei denen ihr erhöhen solltet (kein erhöhter Flop):

Paare
A-10 (und besser)
K-Q
K-J
Q-J
J-10

Blätter bei denen ihr mitgehen solltet, wenn erhöht wird:

Hochwertige Paare
A-Q
A-K
A-J (möglich)
K-Q

Blätter, bei denen ihr wieder erhöhen könnt:

Das hängt davon ab, wer hier erhöht. Erhöht ihr wieder, wenn ihr ein Paar habt oder die Kombination Ass-9 (oder besser) - dann solltet ihr gute Chancen haben, den Flop zu bekommen. Sonst könnt ihr auch wieder erhöhen, wenn ihr ein Paar habt:

J-J
Q-Q
K-K
A-A

Blätter, bei denen ihr mitgehen könnt und mit denen ihr den Pott füllen könnt (frühe Position)

Hohe nebeneinander liegende Karten der gleichen Farbe (z. B. 9-10s).

Den Flop knacken:

Wenn ihr ein Blatt mit einem Paar habt, setzt ihr. Wenn der Flop A-K-5 ist, dann solltet ihr die Kombination K-Q nehmen. Und vielleicht steigt euer Gegner daraufhin aus. Wenn ein Gegner aber mitgeht, dann ist die Zeit reif für eine wohlüberlegte Entscheidung. Wenn Sie denkt, dass er oder sie tauscht, dann setzt weiter. Wenn er oder sie ein/e Spieler/in ist, der/die auch mit einem mittelmäßigen Blatt weitersetzt, dann wäre es keine schlechte Idee zu schieben, um seine/ihre Reaktion zu sehen (vielleicht hat er/sie ja ein Paar). Wenn ihr hingegen ein Paar in den Händen haltet, das aber kein „Überflieger“-Paar ist, dann ist es besser beim Einsatz nicht mitzugehen. Ihr solltet entweder erhöhen oder aussteigen. Schaut einfach nach, wo ihr euch bezüglich des Flops befindet. Wenn ihr aber erhöht und ein Gegner erhöht ebenfalls, und das sehr aggressiv, dann solltet ihr lieber aussteigen. Spart euch die drei kleinen Einsätze (es sei denn, ihr denkt, dass euer Gegner nicht ganz richtig im Kopf ist – dann solltet ihr weiter erhöhen und das bis zum River).

Drawing Hands und Pottchancen

Führt euch immer die Anzahl der „outs“ vor Augen. Die Outs sind die im Stapel verbliebenen Karten, die euer Blatt verbessern würden. Es gibt hierfür eine Formel, mit der ihr den Prozentsatz errechnen könnt, ob ihr DIE Karte bekommen werdet:

(Anzahl der Outs) x (2) + (2) = der Prozentsatz der Wahrscheinlichkeit, dass ihr die Karte bekommt

Wenn ihr diese Formel im Kopf habt, dann solltet ihr die Pottwahrscheinlichkeiten des gesamten Potts nehmen und durch die Wahrscheinlichkeit dividieren, mit der ihr die eine Karte trefft. Wenn der Einsatz kleiner ist als diese Nummer, solltet ihr mitgehen.

Hier ist ein Beispiel: Ihr habt einen Flush Draw in einem € 10-€ 20-Blatt, davon sind zwei Pik-Karten in eurem Blatt und noch zwei im Flop – das heißt, weitere 9 sind immer noch draußen. Die Wahrscheinlichkeit, den Turn zu treffen, liegen bei ungefähr 20 %. Wenn der Pott bei € 80 liegt und ihr setzt € 10, spielt ihr weiter und geht mit.

Bluffen

Generell kann man feststellen, dass Bluffen erst dann lukrativ wird, wenn eine Partie bei € 5-€ 10 gespielt wird. Vorher lohnt es sich nicht wirklich. Aber ihr könnt natürlich auch bluffen, wenn euch das lieber ist. Wenn ihr kein gutes Blatt habt, eure Chance aber groß ist, dieses zu bekommen, dann nennt man das „Semi-Bluffen“. Nehmen wir noch ein anderes Beispiel: Nehmen wir an, der Flop ist Ass-6-4, König und Dame sind gleichfarbig und es liegen aber noch zwei Karten, die ebenfalls gleichwertig sind. Ihr könnt in dieser Situation setzen. Semi-Bluffen sollte jedoch den Spielern vorenthalten bleiben, die schon ein wenig Erfahrung haben.

Andererseits lohnen sich Bluffs eigentlich nicht in Limit-Partien, aber in bestimmten Momenten kann Bluffen auch hier sehr hilfreich sein. Sagen wir einfach mal, dass der Flop bei höherwertigen Spielen wichtiger ist, also A-Q-7 vielleicht. Wenn du nun an der Reihe bist und die Spieler links von euch sind schon zahlreich ausgeschieden, dann habt ihr bereits vor dem Flop eure Stärke gezeigt. Setzt dann also. Aber wie gesagt, dass sind alles nur Hinweise. Wir können leider nichts garantieren.