Longhand Limit Texas Hold'em

Longhand Poker ist die Pokervariante, bei der mehr als sechs Spieler spielen. Hier geben wir euch ein paar nützliche Tipps, um euren Spielerfolg bei Longhand Limit Texas Hold'em zu verbessern. Wir möchten euch aber daran erinnern, dass unsere Tipps sich eher für Spieler eignen, deren Taktik das Spielen an Tischen mit geringeren Limits beinhaltet.

Pre-Flop / Startblatt

Das ist eine gefährliche Phase des Spiels, in der Spieler oft Fehler machen. Die Gefahr besteht darin, zu viele Blätter zu spielen. Spieler, die gleich vorpreschen, vergessen oft, dass Longhand Poker eher ein Spiel für geduldige Spieler ist. Geduld ist hier das A und O und somit solltet ihr immer warten, bis ihr die richtigen Karten in der Hand haltet.

Der Pokerexperte und Autor David Sklansky vertritt die These, dass es acht verschiedene Blattkombinationen gibt. Wir empfehlen euch natürlich, wenn ihr dann zu den fortgeschrittenen Spielern gehört, einmal in die Bücher von David Sklansky hereinzuschauen. Dort findet ihr eine Menge Informationen, die ihr für euer Pokerspiel nutzen könnt. Wir wollen es hier ein bisschen einfacher halten und stellen euch nur 5 Kategorien vor, wobei wir die Farben nicht beachten.

1. Kategorie: A-A, K-K, Q-Q, J-J, A-K

Wie ihr vielleicht schon wisst, ist dies das beste Blatt, das man haben kann. Beim Pre-Flop solltet ihr auf jeden Fall erhöhen und nochmals erhöhen. Besonders wenn ihr das große Glück habt, die Kombination A-A in euren Händen zu halten.

2. Kategorie: 10-10, 9-9, A-Q, Q-K

Diese Karten sind sehr gut, wenn auch nicht die allerbesten. In einer Low Limit-Partie braucht ihr gewöhnlich ein Set aus 10-10 oder 9-9, um zu gewinnen.

3. Kategorie: A-J, A-10, K-J, Q-J, 10-J

Diese Karten sind auch noch sehr gut. Aber passt auf, wenn ihr A-J, A-T und K-J spielt, denn diese Karten können auch noch verlieren. Besonders wenn noch ein Ass mit von der Partie ist. Wenn ein anderer Spieler A-K hat, dann wird er oder sie gewinnen. Es wird empfohlen, diese Karten nur zu spielen, wenn diese auch gleichfarben sind.

4. Kategorie: 8-8, 7-7, 6-6, 10-9, 9-8, 8-7, 7-6 (spielt Karten, die ein Paar bilden nur, wenn diese gleichfarbig sind)

Nicht zu schlecht, aber diese Kombinationen gewinnen nicht so oft. Schauen Sie auf unserer Seite nach Tipps, um ein solches Blatt zu verbessern.

5. Kategorie: 5-5, 4-4, 3-3, 2-2 (das sind wirklich die ganz kleinen Fische)

Strategien

1. Kategorie

Karten der 1. Kategorie sollten fast immer gespielt werden. Die eine Ausnahme ist, wenn ihr ein Blatt habt wie z. B. A-K oder J-J und ihr euch sicher seid, dass euer Gegner ein noch besseres Blatt hat, etwa A-A oder K-K. Das solltet ihr an seinem Erhöhungsverhalten erkennen können. Bei einem Blatt der Kategorie 1 sollte man eigentlich immer erhöhen. Hier habt ihr die Chance, schon beim Pre-Flop richtig abzusahnen. Denkt aber immer daran, dass A-K immer einen König oder ein Ass schlagen muss. Es ist ganz gut, sich nicht auf einen Erhöhungskrieg einzulassen. Das könnte am Ende sehr teuer werden.

2. Kategorie

Auch die Karten dieser Kategorie sollten für gewöhnlich immer gespielt werden. Mit diesen Karten könnt ihr euch glücklich schätzen, wenn nicht zu viele Spieler am Tisch sitzen. Da habt ihr generell ganz gute Chancen. Aber schmeißt nicht gleich zuviel in den Pott. Wartet lieber einen Augenblick. Es wäre nicht ratsam, wenn ihr bei jedem Einsatz einfach mitgeht. Beobachtet lieber ganz genau den Tisch und wägt eure Chancen ab. Mit Karten der Kategorie 2 müsst ihr aufpassen, dass ihr euren Vorteil bis zum Pott weiter ausbaut. Die Hauptsache, an die ihr euch bei Limit Hold'em erinnern solltet: Das Ziel ist immer, mit einem Vorteil in den Pott zu gehen. Warum solltet ihr deshalb bei einer Erhöhung auf einer späten Position nicht einfach mitgehen? Es sei denn, der Spieler, der erhöht hat, saß auf einer frühen Position und ist ein sehr fähiger Spieler. In diesem Fall könnte es gut sein, dass euer Gegner ein Paar der Kategorie 1 in den Händen hält.

3. Kategorie

Seid vorsichtig mit den Karten der Kategorie 3, denn die Karten der Kategorie 1 und 2 können euch leicht schlagen. Ein Blatt mit Karten der Kategorie 3 spielt man am besten mit weniger Spielern, bei denen man natürlich hofft, dass sie keine Karten der Kategorie 1 oder 2 in den Händen halten. Das Ziel ist hier, natürlich wie immer, die anderen Spieler aus der Partie zu kegeln. Aber geht mit diesen Karten bei einer Erhöhung lieber nicht mit.

4. und 5. Kategorie

Diese Karten unterscheiden sich wesentlich von den anderen. Hier wollt ihr einen großen Multi-Way Pot. Diese Karten haben selten die Chance, etwas Großes zu werden. Aber es ist möglich. In ungefähr 5% aller Fälle könnt ihr eine Straße, einen Flush oder einen Trips (spezieller Drilling) erzielen. Ihr könnt also wirklich punkten. Wenn ihr dazu noch viele Spieler in den Pott bekommen wollt, damit dieser groß genug ist, wenn ihr ihn knackt, geben wir euch hier ein paar Tipps.

Ihr habt eine 6-7, der Tisch hat A-5-8 und ihr geht mit. Nun kommt eine 9 und ihr greift euch den Pott. Mit Karten der Kategorie 4 und 5 solltet ihr so wenige Chips wie möglich riskieren und gleichzeitig hoffen, dass viele eurer Mitspieler gut einzahlen. Wenn ihr dann der Dealer seid und ein anderer Spieler erhöht, solltet ihr aussteigen. Wenn ihr aber der Big Blind seid und fünf andere Spieler bei einer Erhöhung mitgegangen sind, solltet ihr ebenfalls mitgehen und den Flop sehen.

Den Flop knacken

Ihr werdet normalerweise auf eine dieser fünf Situationen treffen:

· Ihr gewinnt wahrscheinlich, aber euer Blatt könnte geschlagen werden. Ihr habt ein sehr gutes Paar (wie zum Beispiel Q-Q mit J-10-5 auf dem Tisch). Ihr solltet versuchen, die anderen Spielern rauszukicken, um euch so den Pott zu sichern. Im Idealfall setzt ein Gegner und ihr erhöht diesen Einsatz, falls ihr auf einer frühen Position sitzt. Wenn ihr aber auf einer späten Position sitzt und niemand hat bisher gesetzt, ist es an euch, den Einsatz zu tätigen.

· Wenn ihr ein Superblatt habt, wie zum Beispiel ein Full House etc., werdet ihr sicher gewinnen. Es besteht hier also keine Notwendigkeit, die anderen Spieler aus dem Spiel zu kicken. Eine gute Strategie wäre zum Beispiel, auf den Pott zu warten, wenn ihr Bedenken habt, dass eine Tauschkarte unterwegs ist, die euch den Sieg noch nehmen könnte.

· Wenn ihr ein Blatt habt, dass gut ist (vielleicht nicht so gut wie oben beschrieben - aber immerhin), solltet ihr unserer Pre-Flop Strategie folgen. Nehmen wir ein Beispiel: Ihr habt A-Q und K-Q-4 ist auf dem Tisch. Wenn das passiert, dann behandelt ihr euer Blatt wie eine Drawing Hand (ein Blatt, bei dem euch nur noch eine bestimmte Karte fehlt) oder steigt aus. Es sei denn, ihr glaubt, dass ihr das beste Blatt im Spiel habt (auch wenn die Wahrscheinlichkeit hierfür wirklich gering ist).

· Ihr habt eine Drawing Hand (es fehlt euch nur noch eine bestimmte Karte). Überprüft hier lieber noch einmal eure Pottchancen.

· Ihr habt nichts. Ihr seid bereits geschlagen und nun solltet ihr so schnell wie möglich aussteigen. Beispiel: Ihr habt 6-6 und der Flop ist A-K-7.

Limit Longhand ist nicht immer so schwierig. Es gibt Grundregeln, aufgrund derer man auch gewinnen kann, ohne sich den Kopf zerbrechen zu müssen. Denkt aber daran, dass je mehr Spieler am Tisch sitzen, es umso wahrscheinlicher ist, dass ein anderer Spieler ein besseres Blatt hat als ihr. Vertraut nicht auf A-K, wenn A-Q-Q auf dem Tisch liegt. Es könnte sein, dass ein anderer Spieler die fehlende Dame hat.