Es wird inzwischen als große Herausforderung angesehen, eine Künstliche Intelligenz (KI) zu erstellen, die auch gegen professionelle Pokerspieler bestehen kann. Auf dem Gebiet des Schachspiels können heute selbst PC-Programme auf Standardhardware die allermeisten Spieler problemlos schlagen. Der Grund dafür ist, dass beim Schach beide Spieler alle Informationen über den Spielstand haben und die Fähigkeit von Computern, Millionen von möglichen Zugkombinationen im Voraus zu kennen und vorausschauend abrufen zu können, der menschlichen Fähigkeit zum abstrakten taktischen Denken meist überlegen ist.
Beim Poker kennt der Computer jedoch nur seine eigenen Karten. Er muss aus dem Setzverhalten des Gegners die Stärke seines Blatts ableiten, Bluffs erkennen und selbst möglichst vorteilhaft setzen, ohne dabei berechenbar zu werden, da berechenbares Verhalten vom Gegner ausgenutzt werden kann.
Aus diesen Gründen wurde Poker in letzter Zeit für Spieltheoretiker immer interessanter. Im Juli 2006 traten im Rahmen der Jahreskonferenz der amerikanischen KI-Forscher in Boston die besten Pokercomputer gegeneinander an. Im Juli 2007 spielte das von einem Team der University of Alberta entwickelte Programm Polaris in Vancouver gegen die beiden Pokerprofis Ali Eslami und Phil Laak. Dabei wurden in vier Sitzungen insgesamt 1.995 Blätter $ 10/$ 20-Limit Texas Hold'em gespielt. Um den Glücksfaktor auszuschalten, wurden jeweils zwei parallele Heads-Up-Partien mit umgekehrter Kartenverteilung gespielt. Die menschlichen Spieler gewannen knapp, sie erzielten ein Plus von $ 395.
Mehrere professionelle Schachspieler wurden auf diese Entwicklung aufmerksam, der diplomierte Schachtrainer Ivo Donev gewann sogar ein Armband bei der World Series of Poker.
Diese Entwicklung bringt jedoch auch Nachteile mit sich. Hacker knackten den Code eines solchen Computers und setzten Teile des Codes in Pokerbots ein. Diese Bots können lukrativ beim Onlinepoker eingesetzt werden. Onlinecasinos können sich jedoch gegen diese Entwicklung kaum wehren.