Die World Series of Poker (WSOP) ist mit Abstand das bekannteste Pokerturnier der Welt. Es gibt zwar noch viele andere, aber die lässt die WSOP alle hinter sich. Selbst die Leute, die noch nie Poker gespielt haben oder noch nie einen Fuß in ein Casino gesetzt haben, kennen die WSOP. Begonnen hat alles 1970, heute kann man die WSOP schon im Fernsehen sehen. Sie wird in großen Hollywood-Filmen erwähnt und die Spieler bei der WSOP sind echte Originale.
Die WSOP ist ein Turnier, das die besten Spieler anzieht. Und sie wächst. Jedes Jahr schauen mehr Leute zu und es nehmen mehr Leute teil, insbesondere bei den vielen Satellitenturnieren. Wenn ihr die WSOP einmal von Anfang an verfolgt habt, wird sie euch in ihren Bann ziehen. Dann wollt ihr alles über die WSOP wissen. Ein guter Anfang, um sich über die WSOP zu informieren, ist natürlich erst einmal die Webseite. Schaut also einfach mal vorbei: www.worldseriesofpoker.com. Dort findet ihr alle Informationen wie zum Beispiel Infos über das gegenwärtige Turnier und Möglichkeiten, gleich ein Hotel zu reservieren, sich die Gewinner vom Vorjahr anzuschauen und natürlich wird euch auch verraten, wie ihr selbst teilnehmen könnt. Denn bei der WSOP kann man, im Gegensatz zu den großen Sportereignissen wie dem UEFA Cup oder Wimbledon, recht einfach teilnehmen. Man findet bei der WSOP oft den normalen Pokerspieler von nebenan. Solche Überraschungen gibt es jedes Jahr. Ihr müsst kein Promi sein, um teilzunehmen, sondern lediglich ein guter Pokerspieler sein. Nun, wir wissen, das ist leichter gesagt als getan. Aber ihr habt die Chance. Nutzt sie. 2003 und auch 2004 kam der Gewinner der WSOP aus einem Onlinepokerraum. Diese beiden Gewinner konnten ihren kleinen Einsatz vervielfachen. Und das um ein Vielfaches! 2003 lag der Gewinn bei 2,3 Millionen US-Dollar und 2004 bei sage und schreibe 5 Millionen US-Dollar. Damit kann man schon was anfangen, findet ihr nicht? Diese Geschichten umschwirren die WSOP und machen sie noch glamouröser, als sie eh schon ist.
Die Idee für ein solches Event wurde schon zwei Jahrzehnte zuvor erdacht, bevor es mit dem offiziellen Debüt im Jahre 1970 im Horseshoe Casino in Las Vegas an den Start ging. Schon bereits 1949 sprach Nicholas „the Greek“ Dandolos über die Idee von Poker in der Öffentlichkeit. Zur Hilfe holte er sich Benny Binion, um die besten Pokerspieler zusammen zu trommeln. Die zwei einigten sich dann auch und holten noch den legendären Johnny Moss ins Boot und fertig war das erste große Turnier.
Während der ganzen Session, die dann fünf Monate dauerte und nur für's Schlafen unterbrochen wurde, spielten die Männer jede erdenkbare Form des Pokers. Moss gewann schließlich „das größte Spiel in der Stadt“ mit ca. 2 Millionen US-Dollar. Dandolos verlor seinen letzten Pott, stand auf und sagte seine berühmten Worte: „Mr Moss, ich muss Sie nun verlassen.“ Dandalos ging dann in sein Bett.
Dieses wirklich beeindruckende Kapitel der Pokergeschichte und der fünfmonatige Marathon von Benny Binion haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Er bemerkte auch, dass die Fans, mehr als andere Sportfans zu jener Zeit, vor dem Pokergebäude warteten und eigentlich rein wollten. Er war beeindruckt, wie sehr dieses Ereignis die Menschen anzog. Es dauerte aber noch ein bisschen und zwar ganz genau bis 1970. Binion entschied, dieses Ereignis umzumodeln und größer aufzuziehen. Typisch amerikanisch eben. Damit bekam dieses Ereignis in einer ganz neuen Dimension. Auch der Name entstand zu jener Zeit: „World Series Of Poker” und der Titel des „World Champion“. Nachdem man einige der besten Spieler zusammen getrommelt hatte, wurde Johnny Moss der Sieger. Er wurde demokratisch gewählt.
Im folgenden Jahr wurde der Gewinner mit Hilfe eines „Freeze Out“ ermittelt. Das heißt, der Sieger wurde so ermittelt, dass alle Spieler systematisch rausgespielt wurden, bis nur noch ein Spieler übrig war, der alle Chips besaß. Moss wurde wieder World Champion. 1972 gewann Thomas „Amarillo Slim“ Preston das Turnier. Und das entfachte einen wahren Medienhype. Thomas „Amarillo Slim“ Preston tourte danach durch alle Talkshows im Fernsehen und wurde dadurch noch berühmter. Nur ein Jahr später nahm Binion am „Oral History Project“ an der University of Nevada-Reno teil und diskutierte mit Mary Ellen Glass. Sie sagte unter anderem: „Wir haben hier ein Pokerspiel, dass all unsere Aufmerksamkeit fordert. Wir hatten sieben Spieler im letzten Jahr und dieses Jahr hatten wir 13. Es sieht so aus, als würden wir nächstes Jahr 20 haben. Es ist auch möglich, dass wir irgendwann bei 50 sind. Oder sogar noch mehr.“ Binion sagte erst einmal nichts und sah aus, als würde er in eine Kristallkugel starren und meinte: „Ja, das wird wohl passieren.“
In den frühen 80ern wurde das erste Mal ein Satellitenturnier durchgeführt, in denen die Buy-Ins wesentlich geringer waren als bisher. Binions Prophezeiung wurde Wirklichkeit und die Beliebtheit der WSOP stieg und stieg. Aber selbst als Binion 1989 starb, wurde seine Prophezeiung von der wirklichen Entwicklung weit überholt.
1982, also 9 Jahre nachdem Binion an dem „Oral History Project“ an der University of Nevada-Reno teilgenommen hatte, verzeichnete das Turnier 52 Einträge. Fünf Jahre gab es schon 2.141 Teilnehmer und 2002 sogar schon 7.595. Das Preisgeld ist quasi explodiert. Es begann bei $ 7.769.000 und ein paar Jahre später, 2002, bei $ 19.599.230. 1988 gab es auch nur 12 Events, meist Texas Hold'em und 7-Card-Stud. Bei der WSOP 2004 gab es schon 33 Wettkämpfe mit einer großen Auswahl an Spielen.
Heute ist Benny Binion natürlich eine Legende und die WSOP ist das Ereignis weltweit, an dem kein Pokerspieler vorbeikommt. Und die Zukunft sieht noch viel besser aus. Die WSOP hat in den letzten Jahren tausende Menschen berührt. Die Geschichten, die die WSOP hervorgebracht hat, sind wirklich einmalig. Insbesondere die ganzen Satelliten-Turniere lassen immer mehr Menschen an der WSOP teilnehmen. Europa ist hier ganz besonders „erwischt“ worden. Die Fangemeinde hat sich enorm vergrößert. Und es ist kein Ende abzusehen. Und wir freuen uns darauf.
Hier findet ihr eine Liste aller Champions seit 1970 in chronologischer Ordnung:
1970—Johnny Moss
1971—Johnny Moss
1972—Amarillo Slim Preston
1973—Puggy Pearson
1974—Johnny Moss
1975—Sailor Roberts
1976—Doyle Brunson
1977—Doyle Brunson
1978—Bobby Baldwin
1979—Hal Fowler
1980—Stu Ungar
1981—Stu Ungar
1982—Jack Straus
1983—Tom McEvoy
1984—Jack Keller
1985—Bill Smith
1986—Berry Johnston
1987—Johnny Chan
1988—Johnny Chan
1989—Phil Hellmuth Jr.
1990—Mansour Matloubi
1991—Brad Daugherty
1992—Hamid Datsmalchi
1993—Jim Bechtel
1994—Russ Hamilton
1995—Dan Harrington
1996—Huck Seed
1997—Stu Ungar
1998—Scotty Nguyen
1999—Noel Furlong
2000—Chris Ferguson
2001—Carlos Mortensen
2002—Robert Varkonyi
2003—Chris Moneymaker
2004—Greg Raymer
2005—Joseph Hachem
2006—Jamie Gold
2007—Jerry Yang