Poker - Ein Glücksspiel?

Die meisten Menschen halten Poker für ein reines Glücksspiel, für das man eigentlich kein Können aufweisen muss. In Deutschland wurde vor kurzem sogar auf Landesebene in einer Grundsatzentscheidung festgestellt, dass Poker tatsächlich ein Glücksspiel sei, bei dem der Spieler nur wenige Möglichkeiten hätte, das Spiel zu beeinflussen. Wenn es so simpel wäre, würde es das Leben von uns allen, die das Spiel erlernen, um ein Weites einfacher machen - Mann, es würde mein Leben sehr viel einfacher machen.

Online Poker - Game of Chance?Würde man jedoch Poker als ein reines Glücksspiel betrachten, würde dies so ziemlich das Ende für eine ganze Branche bedeuten, die um das Spiel, das einen spektakulären Boom verzeichnet, entstanden ist. Wenn Poker nur ein Glücksspiel wäre, würde man nicht die unzähligen Poker-Bücher oder Internetseiten finden können, die sich ausschließlich den Pokerstrategien für alle denkbaren Szenarien widmen. Es ist nicht gerechtfertigt, Poker als reines Glücksspiel anzusehen. Natürlich gibt es ein gewisses Zufalls- oder Glückselement in dem Spiel, aber das macht es nicht automatisch zu einem Glücksspiel; schließlich würde auch niemand Tennis als Glücksspiel bezeichnen, wenn der Ball die Netzoberkante trifft und dann auf der gegnerischen Seite herunterfällt anstatt auf deiner; oder Fußball, wenn ein Schuss aus 20 Meter Entfernung in die obere Torecke geht. Natürlich muss man wissen, was man tut, doch sein wir mal ehrlich: Sogar Michael Ballack hat in dieser Situation nur eine 20%ige Chance, dass der Ball sein Ziel trifft.

Die Behauptung Poker sei ein Glücksspiel wird dem Spiel überhaupt nicht gerecht, und jeder, der das Spiel einmal gespielt oder beobachtet hat, wird zweifellos übereinstimmen, dass man für Pokern sehr viel Können benötigt. Eine Pokerpartie wird nicht durch die Karten auf dem Tisch oder den zwei oder fünf Karten (abhängig von der Spielvariante) in der Hand entschieden. Vielleicht gewinnst du so ein Spiel, aber das ist alles andere als sicher. Ein Pokerspieler muss unendlich viele Faktoren, Zeichen, Statistiken und Wahrscheinlichkeiten in Betracht ziehen, bevor er oder sie sich für einen Spielzug entscheidet. Die Wahrscheinlichkeit, dass du mit zwei Assen verlierst, ist genauso hoch, wie die Wahrscheinlichkeit, dass du mit einer 4 oder 5 (gleicher oder verschiedener Farbe) gewinnst. Ein Pokerspiel wird nicht mit einem Blatt gewonnen. Ein guter Pokerspieler muss eine stimmige Strategie haben, mit der er oder sie von Tisch zu Tisch gelangt und schließlich das finale Heads Up gewinnt. Als Pokerspieler brauchst du eine Wettstrategie, ein abwechslungsreiches Spiel, musst du deine Gegner im Unwissen über dein Blatt und deine Absichten lassen und darüber hinaus musst du vorausahnen können und wissen, woher der Wind weht. Viele haben auch nach einem guten Flop mit einem guten Blatt gewonnen.

Letzten Endes ist nur eine Überlegung wichtig: Nehmen wir eine einfache Situation, in der zwei Spieler bei einem Turnier spielen. 200 Blätter werden zum Sieg ausgeteilt. Ein rein mathematisches Argument muss sicherlich sein, dass jeder Spieler sogar mehr als 100 Blätter hat mit der gleichen Anzahl von guten und schlechten Blättern. Natürlich kann ein Spieler 5 oder 6 gute Blätter hintereinander erhalten, aber 100 - das wäre dann wirklich absoluter Zufall. Bei Poker geht es nicht um ein gutes Blatt und darum, darauf zu hoffen, dass der Gegner ein schlechtes Blatt hat. Es geht viel mehr darum, dass Beste aus seinem Blatt zu machen. Je eher du dies verstehst, desto besser, denn ansonsten wirst du vielleicht am Ende sehr wenig „Glück“ haben.