Wenn du deine Fähigkeiten als Online-Pokerspieler wirklich verbessern möchtest, dann musst du schon etwas Zeit investieren. Doch leider haben die meisten von Euch - wenn ihr nicht gerade Eure Jobs kündigt oder es mit Euren Freunden und Verwandten verscherzen wollt - nicht genügend Zeit zur Verfügung, um Euch mit dem Spiel angemessen auseinander zu setzen. Daher haben wir für Euch eine umfassende Aufstellung vorbereitet, die Euch die zehn wichtigsten Online-Poker-Tipps an die Hand gibt, mit denen Ihr bei Euren Online-Poker-Partien hoffentlich schon bald richtig viel Geld absahnen werdet.
Wenn man online spielt, lässt man sich leicht ablenken und vergisst schnell, dass man um Geld spielt. Daher ist es äußerst wichtig, dass du beim Spielen immer gesund und vollkommen konzentriert bist. Wenn du gerade in einer wirklich schlechten psychischen Verfassung, betrunken oder gereizt bist, dich vielleicht mit Liebeskummer quälst oder einfach nur frustriert bist, weil du gerade erst verloren hast, dann solltest du unbedingt den virtuellen Pokertisch verlassen, da in einer solchen Verfassung garantiert nicht gut spielen wirst. Wahrscheinlich wirst du in den meisten Fällen sehr viel Geld verlieren. Doch dein Ziel ist es schließlich, Chips zu gewinnen und dich nicht irgendwie zu rächen, Respekt zu gewinnen oder etwas Anderes zu erreichen.
Beim Pokern geht es vor allem um das Erlangen von Wissen, und eine der besten Möglichkeiten, Wissen zu erlangen, ist es, einen Spielzug zu tun und zu beobachten, wie die anderen Spieler darauf reagieren. Du setzt also nicht immer nur dann, wenn du der Meinung bist, dass du das stärkste Blatt hast. In der Anfangsphase einer Partie erhöhst du zum Beispiel einfach, um zu sehen, wie gut die Blätter deiner Gegner sind.
Im Gegensatz zu dem, was unerfahrene Spieler oft denken, wird dem Bluffen beim Pkern zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Viele Anfänger versuchen regelmäßig zu bluffen und scheitern. Wenn du Poker im Fernsehen anschaust, wirst du feststellen, dass Profispieler diese Technik nur selten anwenden. Das liegt daran, dass für einen guten Bluff bestimmte Bedingungen erfüllt sein müssen. Zunächst einmal muss die Wahrscheinlichkeit, dass dein Gegner mitgeht, wirklich äußerst gering sein. Um das einschätzen zu können, musst du deinen Gegner in der Phase davor genau beobachtet haben.
Einer der häufigsten Fehler, der von Anfängern begangen wird, ist es irrtümlich zu glauben, dass sie ihr Blatt weiterspielen müssten, wenn sie bereits viel Geld in den Pott gesetzt haben. Anscheinend denken sie dann, "Na ja, ich habe bereits € 35 eingesetzt, dann kann ich auch noch weitere € 10 setzen". Dieses Denken ist eine psychologische Schwäche und absolut falsch. Während des Spielens eines Blattes können sich die Gewinnchancen deiner Karten von einer Sekunde auf die andere verändern und du musst in der Lage sein, dies zu erkennen, um dann auszusteigen. Wenn du Geld in den Pott eingezahlt hast, ist es nicht mehr "dein" Geld, weshalb es deine Entscheidungen weiterzuspielen nicht beeinflussen sollte.
Deine Strategien zu ändern, ist immer eine gute Möglichkeit, deine Gegner in Unwissenheit zu lassen, wie dein Blatt aussehen könnte. Die besten Spieler der Welt lassen sich überhaupt nicht lesen bzw. verstehen, da sie wissen, wie wichtig es ist, nicht vorhersehbar zu sein. Spieler, die zu sehr loose spielen, lassen sich schnell ausmachen und besiegen, indem man nur lange genug wartet und Geduld zeigt. Spieler, die andererseits sehr tight spielen, sind vielleicht sogar noch leichter zu erkennen, da sie ausschließlich die Nuts spielen.
Zunächst wirst du denken, dass sich das leicht anhören mag, doch schwer umsetzen ist, denn wie kannst du schließlich vorher wissen, gegen was für einen Spielertyp du spielst, wenn du dich in einem Pokerraum anmeldest? Trotzdem musst du bei der Auswahl des Raumes mehr bedenken, als nur Tisch-Limits oder deine bisherigen Erfolge dort. Begebe dich nicht einfach in High-Betting-Bereiche, nur weil du vor kurzem ein paar Blätter gewonnnen hast. Denk daran, dass durch den Verlust an einem Big Table deine Gewinne an Low Tables schnell in Vergessenheit geraten können.
Das ist ein wichtiger Aspekt beim Pokern, den viele Amateure übersehen. Da der Dealer-Button auf dem Tisch immer weiter wandert, musst du wissen, in welcher Position du wie spielen solltest. Wenn du in einer späteren Position spielst, hast du einen großen Vorteil, da du beobachten kannst, wie die anderen Spieler vor dir wetten. Du kannst somit entscheiden weiterzuspielen, wenn deine Karten richtig gut sind. Und wenn die Spieler vor dir erhöhen und nochmals erhöhen und du, sagen wir mal, ein Paar 9er hältst, solltest du besser aussteigen. Wenn deine Gegner jedoch nur schwach mitspielen, solltest du bei dem gleichen Blatt jedoch vielleicht die Chance nutzen und erhöhen.
Viele neue Spieler sind überrascht, wenn sie ein Blatt verlieren. Du hast vielleicht ein starkes Blatt gesammelt, etwa einen Drilling, und hast du dich des Potts bereits sicher gefühlt, doch dein Gegner enthüllt dann eine Straße, die du gar nicht auf deiner Rechnung hattest. Das ist dann nicht nur peinlich, sondern zeigt auch, dass du nicht wusstest, welche Blätter dein Blatt hätten schlagen können und mit den Gemeinschaftskarten erreichbar gewesen wären - wirklich ein typischer Fehler von Anfängern.
Anfänger begehen diesen Fehler immer und immer wieder. Sie wollen immer mitspielen und versuchen, wirklich jeden Pott zu gewinnen, auch wenn ihre Karten viel zu schlecht dafür sind. Natürlich wirst du, wenn du Risiken eingehst, hin und wieder auch mal ein Blatt gewinnen, doch über längere Zeit wirst du mehr verlieren als gewinnen. Du solltest dich deshalb auf gute Blätter konzentrieren und den Faktor Glück so weit wie möglich minimieren, anstatt eine große Anzahl von Blättern zu spielen. Das erfordert natürlich etwas Geduld und Selbstdisziplin und ja, manchmal wird es auch langweilig. Doch wenn du mehr als 3 oder 4 von 10 Blättern spielst, stimmt wahrscheinlich irgendetwas nicht.
Wir können nicht genug betonen, wie wichtig Gewinnwahrscheinlichkeiten bzw. Wahrscheinlichkeiten in allen Pokerformen sind. Auf den ersten Blick kommt es dem Anfänger wie eine unzumutbare Aufgabe vor, mathematische Berechnungen anzustellen, doch wenn du die Grundlagen erst einmal erlernt hast, wirst du erkennen, dass Konzepte wie Pott-Gewinnwahrscheinlichkeiten und Implied Odds nicht wirklich schwer zu begreifen und anzuwenden sind. Im Internet findest du unzählig viele Seiten, die sich mit diesen Pokeraspekten beschäftigen, also begib dich auf die Suche und entdecke die passenden Wissensquellen für dich.
Letztlich solltest du daran denken, Hilfsmittel zu nutzen, um dein Spiel zu verbessern. Im Internet findest du sehr viele unterschiedliche Online-Poker-Hilfen, die dir einen Vorteil verschaffen können: Rechner für Gewinnwahrscheinlichkeiten (odds calculators), Tracking-Software und Lernprogramme sind nur einige Dinge, die du (oft kostenlos) herunterladen kannst und mit denen du dein Online-Spiel verbesserst.
Jeder Pokerspieler sollte, wie gesagt, die oben aufgezählten Regeln beherrschen. Denn letzten Endes machen sie den Unterschied zwischen Haien und Fischen aus.