Zunächst müssen wir klären, was die Outs sind: Die Anzahl der im Stapel verbliebenen Karten, die euer Blatt verbessern würden. Anders ausgedrückt: Outs sind die Karten, die ihr HABEN WOLLT. Die Wahrscheinlichkeiten sind umso besser, je höher die Anzahl der Outs ist. So ziemlich das Einzige, was ihr tun müsst, um dieses Prinzip grundsätzlich zu verstehen, ist Folgendes: Dividiert die Anzahl der Outs (Zähler) durch die Anzahl der noch verdeckten Karten (Nenner) in jedem beliebigen Spiel. Wenn ihr das Ergebnis habt, verschiebt ihr das Komma um zwei Stellen nach vorne und ihr habt die Gewinnwahrscheinlichkeit in Form eines Prozentsatzes.
Dabei gibt es jedoch einige kleine Schwierigkeiten. Die erste ist, dass euer Nenner, je nachdem in welchem Stadium das Spiel sich befindet, entweder 50, 47 oder 46 sein wird. Und hier müsst ihr an den „Flop“ denken, denn das sind die ersten drei Karten, die beim Texas Hold'em aufgedeckt werden. Da Texas Hold'em mit 50 Karten anfängt (minus der zwei Karten, die ihr erhaltet und die Pocket-Karten genannt werden), ist der Nenner vor dem Flop in eurer Berechnung der Gewinnwahrscheinlichkeiten 50. Der Nenner nach dem Flop wird deshalb 47 sein, da man die Karten, die beim Flop aufgedeckt wurden, abziehen muss. Und der Nenner ändert sich auf 46 nach dem Turn oder der vierten Karte, die aufgedeckt wird. Lasst uns nun einige Beispiele betrachten, um dieses Prinzip zu verdeutlichen.
Beispiel 1:
Frage: Ihr habt zwei Damen erhalten, was natürlich eine ganz nettes Blatt ist, aber beim Flop kommt keine weitere. Wie groß ist jetzt die Chance, beim Turn eine Dame zu erhalten?
Antwort: Euer Zähler ist 2, da es noch zwei weitere Damen im Spiel gibt. Euer Nenner ist 47, da beim Flop drei Karten von den ursprünglichen 50 aufgedeckt wurden. Dividiert ihr 2 durch 47, verschiebt ihr das Komma um zwei Stellen nach vorn und ihr habt eine Wahrscheinlichkeit von 4,3 %, beim Turn eine Dame zu bekommen.
Beispiel 2:
Frage: Wie groß ist die Chance, beim River (der Karte, die als letzte nach dem Turn aufgedeckt wird) eine Dame zu erhalten?
Antwort: Da die Dame beim Turn noch nicht erschienen ist, sind immer noch zwei im Spiel. Das heißt, euer Zähler ist immer noch 2. Der Nenner ändert sich jedoch auf 46, da nach dem Turn eine Karte abgezogen werden muss. Dividiert ihr 2 durch 46 liegt eure Chance immer noch um die 4,3 %.
Beispiel 3:
Frage: Welche Chance besteht, die dritte Dame beim Turn und die vierte beim River zu erhalten?
Antwort: Multipliziert die Wahrscheinlichkeit, eine Dame beim Turn zu erhalten, mit derjenigen, die letzte Dame beim River zu erhalten. Wie wir in Beispiel 1 festgestellt haben, liegt die Chance, eine Dame beim Turn zu erhalten, bei etwa 4,3 %. Das rechnet ihr wieder zu 0,043 um. Berechnet jetzt die Chance, die letzte Dame beim River zu erhalten. Der Zähler ändert sich jetzt auf 1, da nur noch eine Dame übrig ist und der Nenner bleibt 46, wie im zweiten Beispiel, da wir beim River sind. Eure Chance ist etwa 2,2 % groß. Konvertiert das zu 0,022 und multipliziert es mit 0,043. Das Ergebnis lautet 0,0009 oder etwa 0,09 %, wenn ihr das Komma wieder um zwei Stellen nach vorne verschiebt. Dies ist keine gute Gewinnwahrscheinlichkeit.
Anmerkung: Es ist wichtig, die Prozente wieder in ihre ursprüngliche Dezimalform zurückzurechnen, wenn ihr die Multiplikation durchführt. Wenn ihr sie in der Prozentform belasst, ist das Ergebnis in Beispiel 3 etwa 9,5 %, was sich von 0,09 % DEUTLICH unterscheidet.
Ihr werdet den Begriff Pott-Gewinnwahrscheinlichkeiten oder Pott-Gewinnquoten in vielen Pokerforen finden, in denen ihr nach Rat sucht. Ihr könnt ihnen nicht entkommen. Die Gewinnquoten des Potts leisten wirklich unbezahlbare Dienste für den Erfolg beim Poker und deshalb haben wir dieses wichtige Thema hier einmal mit einbezogen.
Sobald ihr zum Flop kommt, solltet ihr Pott-Gewinnwahrscheinlichkeiten in eure Überlegungen über den nächsten Spielzug einbeziehen. Wenn der Flop ausgeteilt wird, befindet ihr euch in einer von zwei Kategorien: Ihr seid am Gewinnen (ihr habt ein „fertiges“ Blatt) oder ihr müsst euer Blatt verbessern („Drawing“ oder auf bessere Karten hoffen). Wenn ihr ein fertiges Blatt habt, solltet ihr wetten und erhöhen. Macht euch um die Gewinnwahrscheinlichkeiten des Potts zu diesem Zeitpunkt noch keine Sorgen. Ihr möchtet jetzt den Pott gewinnen, da euch zusätzliche Karten nur helfen können. Ein Beispiel eines fertigen Blattes wären ein Ass und ein König, mit König, Bube und einer 4 auf dem Tisch.
Wenn ihr kein fertiges Blatt habt, seid ihr im Draw. Und hier spielen die Pott-Gewinnwahrscheinlichkeiten ein große Rolle: Wann ist es an der Zeit, mitzugehen oder auszusteigen?
Zunächst müsst ihr eure Outs zählen. Outs sind, wie ihr euch erinnert, die Karten, die euer Blatt zum Besten machen. Wenn ihr zum Beispiel einen König und einen Buben habt und eine Dame, 10 und 7 auf dem Board sind, sind eure Outs vier Asse und vier 9. Insgesamt also acht!
Berechnet also den Prozentsatz der Wahrscheinlichkeit, ein Out zu bekommen, indem ihr die Anzahl der Outs mit 2 multipliziert und dann 2 dazu addiert. Wenn ihr diese Zahl habt (in unserem Beispiel ist dies 18 %), multipliziert ihr sie mit dem Wert im Pott, um die größtmögliche Wette zu erhalten, mit der ihr mitgehen könntet. Nehmen wir an, der Pott in unserem Beispiel liegt bei € 200. Achtzehn Prozent von € 200 ist € 36. Ihr solltet also mit jeder Wette mitgehen, die € 36 oder weniger beträgt.
Noch einmal: Die Formel zur Berechnung der Pott-Gewinnwahrscheinlichkeiten lautet:
(Anzahl der Outs) x (2) + (2) = UNGEFÄHRER PROZENTSATZ; DIE BENÖTIGTE KARTE ZU ERHALTEN.
Dann…(gesamter Pott) x (Prozentsatz, ein Out zu erhalten) = EUER WETTLIMIT.
Und vergesst nicht, die Prozentzahl wieder in die Dezimalform umzuwandeln, bevor ihr sie mit dem Pott multipliziert. Euer Mathematik-Lehrer würde euch sonst niemals verzeihen und eure Wettlimits würden ganz gefährlich hoch sein! Lasst uns ein ausführlicheres Beispiel über Pott-Gewinnwahrscheinlichkeiten in einer echten Spielsituation betrachten:
Beispiel 1
Ihr spielt an einem Tisch mit € 5 und € 10 Limits und der Pott enthält € 200. Nach dem Turn zeigt das Board - die Karten, die aufgedeckt auf dem Tisch liegen - 2,5,9 und Dame.
Nehmen wir an, ihr habt ein Pocketblatt mit Bube und 10. Das bedeutet, dass ihr beim River nur eine 8 oder einen König braucht, um eine Straße zu erhalten. Euer Gegner wettet € 10. Ihr müsst jetzt entscheiden, ob ihr bei diesem Einsatz mitgehen wollt. Und hier werden die Gewinnwahrscheinlichkeiten des Potts wichtig. Zunächst wollt ihr jedoch eure Chance berechnen, einfach nur die Wette zu gewinnen.
Gemäß den Regeln über die Berechnung der Outs stellen wir 8 in die Zählerposition, da es vier 8 und vier Könige gibt, die noch nicht aufgedeckt sind. Der Nenner ist 46, da wir den Turn bereits beendet haben und vier Karten auf dem Tisch liegen. 8 dividiert durch 46 ergibt eine Chance von etwa 17,4 %, die Straße zu vervollständigen und die Wette zu gewinnen.
Denkt dann an die € 200 im Pott. Da euer Gegner € 10 wettet und ihr bis zu € 200 gewinnen könnt, ist dies ein 20-facher Profit im Vergleich zur Wette oder wenn man dies unter dem Blickwinkel der Gewinnwahrscheinlichkeiten betrachtet, die Wette ist 1/20 des Potts. Wenn ihr eure Chance von 17,4 %, die Wette zu gewinnen, mit dem großen Unterschied zwischen der Wette und dem Pott vergleicht (die Wette ist nur 5 % des Potts), zeigt eure Gewinnwahrscheinlichkeit, dass ihr hier mit Sicherheit mitgehen solltet.
Dieses Beispiel zeigt, dass die Gewinnwahrscheinlichkeiten des Potts nichts Anderes sind, als ein Vergleich von Risiko und Profit. Nichts ist ohne Risiko, wie alle Spieler wissen, aber Pott-Gewinnwahrscheinlichkeiten sind ein wichtiges Hilfsmittel, um festzustellen, wann es an der Zeit ist, ein Risiko einzugehen. Es ist wichtig, insbesondere bei Texas Hold'em, diese Art Perspektive zu haben.