Wenn ihr wie die meisten Pokerspieler eure „Karriere“ zu Hause begonnen habt und dort vor allem mit Freunden gespielt habt, müsst ihr ein paar Dinge beachten, bevor ihr in die Internet-Pokerwelt eintaucht.
Für Anfänger ist es ein ganz großer Unterschied, ob man zu Hause spielt oder sich in die Welt des Onlinespiels stürzt. Denn die Erfahrung, die ihr zu Hause gemacht habt, wenn ihr mit euren Freunden gespielt habt, ist eine ganz andere, als wenn ihr virtuell am Pokertisch sitzt. Zu Hause habt ihr wahrscheinlich die Regeln vorher besprochen und sich gegebenenfalls auf Minimum- und Maximumeinsätze verständigt, wie z. B. € 0,25 bis € 2 für Einsätze und Erhöhungen in jeder Runde.
Zu Hause habt ihr wahrscheinlich ganz normal mit Einsätzen und Mitgehen gespielt, vielleicht noch mit Setzen, Erhöhen und Mitgehen. Und der Spieler mit dem besten Blatt ist gewöhnlich der Sieger. Zu Hause kann es aber auch passieren, dass der beste Spieler oft verliert, wenn jemand am Tisch einfach bessere Karten hatte.
Wie bereits festgestellt, muss man sich beim Onlinepoker etwas umstellen. Das virtuelle Umfeld ist doch etwas anderes als das heimelige Wohnzimmer. Wenn ihr euch aber erst einmal an das neue Umfeld im Internet gewöhnt habt, kann es sogar noch mehr Spaß machen als zu Hause. Wir empfehlen euch, keine Scheu zu haben und erst einmal völlig uneingenommen an diese neue Welt heranzutreten. Bevor ihr euch aber ins Abenteuer stürzt, solltet ihr euch mit drei Themen auseinandersetzen: Online-Wettbewerb, Ante-Struktur und Wettsysteme. Wenn ihr alles beachtet, kann eigentlich nichts mehr passieren.
1. Online-Wettbewerb
Wenn ihr zu Hause spielt, kann es oft passieren, dass der beste Pokerspieler leer ausgeht und der Spieler mit dem meisten Glück, den Pott für sich entscheidet. Wenn ihr aber online spielt, habt ihr eine viel größere Chance, dass eure Fähigkeiten zum Gewinn des Potts führen. Natürlich kann euch auch hier passieren, dass euch jemand schlägt, der schlecht gespielt hat, aber das bessere Blatt besaß. Aber die Chancen beim virtuellen Poker sind eindeutig besser. Wenn man sich dann noch anschaut, dass die Gewinne im Internet größer sind als normalerweise zu Hause, kann man sich leicht ausmalen, dass sich die Spieler im Internet mehr anstrengen, um zu gewinnen. Wir empfehlen euch auch, die Sache im Internet etwas ernster zu nehmen, d. h. ihr solltet nicht einfach bei einem River mitgehen, nur weil ihr vor Neugierde fast platzt und die Karten eures Gegner sehen wollt. Denkt lieber, wenn ihr wirklich gewinnen wollt, eine Sekunde mehr an eure Strategie. Wenn ihr eure Strategie von Zuhause weiterverfolgen wollt, kein Problem. Ihr solltet sie lediglich etwas adaptieren. Und denkt ebenfalls daran: im Internet könnt ihr auf jede Art von Spieler treffen.
2. Ante-Struktur
Kommen wir nun zu den praktischen Unterschieden. Bei Onlinepoker spielt man nicht unbedingt mit einer Ante – ausgenommen von Seven Stud Poker. Aber die „erzwungenen Einsätze“ funktionieren genauso wie zu Hause. Der Spieler zur Linken des Kartengebers muss die Small Blinds spielen und der nächste Spieler spielt die Big Blinds. Die anderen Spieler müssen dann bei den Big Blinds mitgehen oder sie können dann auch erhöhen, um den Flop zu sehen. Aber sie müssen hier nicht setzen, um Karten zu erhalten. Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Eine Partie hat 6 Spieler, die Small Blinds liegen bei € 0,50 und die Big Blinds bei € 1. Vor dem Flop beginnt Spieler 1 mit den Small Blinds (€ 0,50), Spieler 2 setzt die Big Blinds (€ 1), Spieler 3 steigt aus, Spieler 4 geht mit den Big Blinds mit (€ 1), Spieler 5 erhöht die Big Blinds auf € 2, Spieler 6 (der Kartengeber) steigt aus. Nun beginnt Spieler 1 wieder, der auch aussteigt. Spieler 2 erhöht (€ 1), Spieler 3 geht bei der Erhöhung mit (€ 1). Das Setzen beginnt mit den Big Blinds, wenn der Small Blind (Spieler 1) ausgestiegen ist, nach dem Flop.
3. Wettsysteme
No-Limit-Onlinepoker ist das am meisten gespielte Spiel im Internet, genauso wie auch zu Hause. In „unbegrenzten“ Spielen ist der maximale Einsatz dadurch begrenzt, wie viele Chips ihr noch habt. Es gibt aber immer auch einen Mindesteinsatz, den ihr tätigen müsst. Es ist ein Irrtum, zu denken, dass ihr aussteigen müsst, wenn ein Spieler mehr setzt als ihr an Chips übrig habt. Das ist nicht richtig. Wenn ein Spieler vor euch € 20 setzt und ihr habt nur noch € 10, dann müsst ihr nur eure € 10 setzen, wenn ihr mitgehen wollt. Wenn ihr neben dem anderen Spieler der einzige Spieler seid, dann hat der andere Spieler somit € 10 riskiert.
Wenn es aber noch einen anderen Spieler gibt, der € 20 übrig hat, muss dieser Spieler seine € 20 setzen. Eure € 10 werden in einem so genannten Nebenpott (Side Pot) verwahrt. Wenn es nun zum Finale kommt, seid ihr für den (Haupt-)Pott immer noch Spiel Und das genau bis zu dem Punkt, an dem ihr nicht mehr den Einsatz setzen könnt (€ 30). Die zwei anderen Spieler können nun um diese € 30 und zusätzliche € 20 kämpfen. Wenn ihr das beste Blatt habt, gewinnt ihr € 30. Der Spieler mit dem zweitbesten Blatt gewinnt den Rest. Wenn aber ein anderer Spieler ein besseres Blatt hat, dann gewinnt dieser Spieler alles, d. h. das Geld aus dem Pott und auch aus dem Nebenpott.
Die Spielregeln über die Einsätze für Pot-Limit-Poker ist dem No-Limit-Poker sehr ähnlich. In diesem System können die Einsätze zwischen einem Minimum und der Pottgröße liegen.
Die berühmteste und auch beliebteste Variante von Onlinepoker ist Limit-Poker. Hier sind die Einsätze begrenzt, zum Beispiel in einem € 5/€ 10-Spiel. Dort sind die Einsätze auf € 5 in Runde 1 und 2 begrenzt. In Runde 3 werden diese dann auf € 10 erhöht. Hier ist noch einmal ein anderes Beispiel: ein € 2/€ 4-Tisch mit 4 Spielern, Pre-Flop:
Spieler 1 schiebt, Spieler 2 setzt (€ 2), Spieler 3 erhöht (€ 4), Spieler 4 geht mit (€ 4). Spieler 1 steigt aus, Spieler 2 geht mit (€ 4).
Das Einsatzlimit verändert sich nun auf ein höheres und zwar auf € 4 für Einsätze auf jeden Turn (4 Karten draußen) und auf den River (alle Karten draußen). Das Spiel geht dann wie folgt weiter:
Spieler 2 wettet (€ 4), Spieler 3 steigt aus, Spieler 4 erhöht (€ 8), Spieler 2 geht mit (€ 4).